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Interview mit Prof. Raoul Saggini

Ordinarius für physikalische und rehabilitive Medizin an der Fakultät für Sportwissenschaft der Universität G. D´Annunzio in Chieti.

 

In den letzten Jahren wurde sehr viel im Bereich der Posturolgie getan und inzwischen wissen wir sehr viel über den Menschen in Orthostase (aufrechter Haltung). Was wissen wir hingegen über die Clinostase (liegende Haltung)?

Zweifellos gibt es über die Haltung, die wir liegend einnehmen, sehr viel weniger Studien und wissenschaftliche Informationen als über die aufrechte Haltung. Einige Aspekte sind aber offensichtlich: Wenn ein Mensch über Probleme (Schmerzen, Blockaden, Neuralgien) klagt, sollte die Position, die sein Körper während eines Drittels des Tages, also im Bett, einnimmt, nicht vernachlässigt werden.

Worauf sollte man in Hinsicht auf die liegende Haltung besonders achten?

Der Mensch sollte nie als eine Summe von Gliedmaßen, sondern als ein aus Subsystemen bestehendes System angesehen werden. Man könnte meinen, das sei eine Selbstverständlichkeit, doch viele glauben immer noch, dass ein Problem am Nacken Hals und Kopf, und Schmerzen im Lendenbereich nur den Rücken betreffen. Dabei sind Schmerzen immer das Ergebnis einer falschen Antwort, die unser Organismus auf ein Haltungsproblem produziert, und sollten nicht isoliert, sondern als Teil eines Ganzen betrachtet werden.

Die eine richtige Matratze für jede Pathologie existiert also nicht?

Genau. Die Matratze für alle Probleme gibt es nicht, aber es gibt die richtige Matratze für jedes Individuum. Die Auswahl der passenden Matratze richtet sich nach den körperlichen Charakteristiken, dem Lebensstil und der Körperhaltung des Einzelnen.

Wie können wir die richtige Matratze finden?

Jeder Mensch erzählt durch seine Körperhaltung seine Lebensgeschichte, seine Stärken und Schwächen. Wenn wir zudem über die körperlichen Gesichtspunkte hinausgehen und Aspekte wie Gewohnheiten und Lebensstil berücksichtigen, können wir die eignete, die nahezu ideale Matratze finden.

Wer hingegen weder unter Krankheiten noch unter Schmerzen leidet, braucht sich keine Gedanken zu machen?

Heute spielt die Prävention in der medizinischen Forschung eine entscheidende Rolle. Auf einer geeigneten Unterlage zu ruhen, kann dem Entstehen der unterschiedlichsten Beschwerden vorbeugen, die schwierig zu behandeln sind, wenn sie erst einmal da sind. Außerdem haben es Schmerzen an sich, dass sie von heute auf morgen auftauchen. Zweifellos ist es sehr viel besser vorzubeugen und die aus schlechter Gewohnheit entstehenden Fehler zu korrigieren.

Wenn man dann die richtige Matratze gefunden hat: Ist es möglich, eine korrekte Schlafposition zu lernen?

Natürlich. Denken Sie nur daran, was im Bereich Ernährung geschafft wurde. Das Gleiche kann man in Bezug auf das Gehen und Schlafen erreichen. Es gibt eine „richtige“ Art und Weise, etwas zu tun, und die Kriterien sind: Energieeffizienz, Schmerzfreiheit und Stabilität. Was die liegende Haltung betrifft, möchte ich noch hinzufügen: völlige Entspannung mit Unterstützung der Unterlage. All das, einschließlich der „richtigen“ Entspannung, kann man lernen.

Die richtige Matratze